Zur Situation in Charkiw, der Partnerstadt Nürnbergs, findet Altbürgermeister und AWO-Vorsitzender Fritz Körber aus Schwaig klare Worte: Krieg, das ist Todesangst. Das ist Frauen und Kinder auf der Flucht und Trauma für Millionen von Menschen.
Seit zwei Jahren nur Tod und Zerstörung - Tag für Tag und Nacht für Nacht! Jeder Tag ist ein Alptraum und verschärft das Leid und die quälende Angst der Menschen. Tausende Tote hat dieser grausame Krieg bereits gefordert. Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Und überall zeigen sich die schrecklichen Verwüstungen des Krieges: Bombenkrater, zerstörte Häuserblocks, zerstörte Krankenhäuser und Schulen.
Besonders nachts sind die Luftangriffe, die heulenden Sirenen und die wachsenden Zukunftssorgen schier unerträglich. Wenn eine der unzähligen Raketen einschlägt, werden aus Haus – und Fensterwänden schwarze, rußige Löcher. So unterschiedlich die Ereignisse auch sein mögen, die Spuren der Zerstörung sind überall deutlich sichtbar und hunderttausende Menschen kämpfen weiterhin mit den Folgen dieser schweren Katastrophen.
Charkiw wird weiterhin beschossen, sie lassen die Stadt nicht zu ihrem normalen Leben zurückkehren. Es ist klar, dass Charkiw noch viele Herausforderungen bevorstehen und dass es vorerst nicht wieder so sein wird wie früher. Selbst wenn man vom friedlichen Leben zu träumen beginnt, bleibt unklar, was mit den Menschen passiert, die die Stadt verlassen haben, wer von ihnen zurückkehren wird.
Inmitten dieser Ruinen trifft man aber auch alte Menschen, die kein Zuhause mehr haben und dennoch voller Zuversicht sind. So schnell die Bomben auch fallen: Es wird gemeinsam wieder aufgebaut und das Wenige, was ihnen geblieben ist, wird geteilt. Und es gibt auch Menschen, die trotz der Entbehrungen und Zerstörungen in ihrer Heimat bleiben und tapfer dem Terror standhalten.
Die russischen Raketen, die die kommunale Infrastruktur rund um Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung treffen, sind Versuche, die Bevölkerung auch psychisch zu destabilisieren.
„In den Städten, in den Dörfern und an der Front sind die Ressourcen erschöpft.
Uns erreichen fast täglich Bilder und Nachrichten aus Charkiw, bei denen sich Menschen bei uns für die erhaltenen Lebensmittelpakete bedanken. Bilder aus einer Kriegsregion, die zwar von Zerstörung künden, die aber auch den starken Überlebens-willen von jungen und alten Menschen zeigen. Es sind diese Menschen, die Hoffnung machen und uns motivieren so lange weiterzumachen, wie es von Nöten ist.
Dass wir von Anbeginn – seit über 32 Jahren - finanzielle und humanitäre Hilfe leisten konnten, verdanken wir der großzügigen und nie nachlassender Unterstützung vieler Bürgerinnen und Bürger vor allem aus dem Nürnberger Land. Geld mit dem wir schnell und unkompliziert helfen konnten. Am Anfang waren es Kleidung, Schuhe und über 2900 Krankenbetten, Matratzen und medizinische Hilfsgüter, mittlerweile sind es Medikamente, Bettwäsche für vier Kinderkrankenhäuser, was wir zu finanzieren helfen.
Für Nürnbergs Partnerstadt wird die Versorgung der Bevölkerung jetzt knapp.
Die beiden Sozialstationen, die mit uns zusammenarbeiten – sie liegen in den Stadtbezirken Kyivskyj und Saltivskyj. Dort packen derzeit Mitarbeiter über 2000 Lebensmittelpakete pro Quartal und bringen sie in die Häuser und Wohnungen für Hilfebedürftige und alte Menschen.
Die Temperaturen werden in den kommenden Wochen weit unter 15 Grad sinken. Wer jetzt keine winterfeste Unterkunft und warme Kleidung hat, droht zu erfrieren. Deshalb sind die Projekte der AWO für Rentner, für bedürftige Kranke, für alte Menschen und Kinder so notwendig und wichtg.
Unsere Hilfe in Charkiw muss also weitergehen, denn sie wird dringend gebraucht.
Wer den Menschen in Charkiw helfen möchte, kann an folgendes Konto spenden:
AWO-Behringersdorf-Schwaig
Stichwort: „Hilfe für Charkiw“
IBAN: DE 26 7605 0101 0240 251 785
BIC: SS KN DE 77


